Nach der Veröffentlichung eines internen Polizeiberichts zu den Vorfällen der Silvesternacht in Köln fordert die Deutsche Polizeigewerkschaft Bremen (DPolG) die Politiker der Hansestadt zum Handeln auf.

„Vorfälle wie in Köln und Hamburg können sich aus unserer Sicht jederzeit und überall wiederholen,“ sagte Jürn Schulze, Landesvorsitzender der DPolG. „Insbesondere in Bundesländern wie Bremen, die durch eine rigide Finanz- und Personalpolitik die Polizei materiell und personell an die Grenze gebracht und durch die Vergabe zusätzlicher Aufgaben überlastet haben, wird die Polizei nach solchen Einsätzen ein ähnliches Fazit ziehen müssen wie in Köln.“

Schulze forderte für die Polizei „weit mehr als die für die nächsten zwei Jahre bewilligte 1 Mio. Euro zur Verbesserung der Materialausstattung.“ Die Vorfälle in Köln und Hamburg zeigten deutlich, dass die Polizei starke, gut ausgebildete und ausgerüstete Kräfte „auf der Straße“ benötige. „Der Senat muss handeln – mehr Personal, eine schnelle Beschaffung notwendiger zusätzlicher Ausrüstung und die Schaffung von Trainingsmöglichkeiten für alle Einsatzdienste und ihre Unterstützungskräfte müssen jetzt oberste Priorität haben. Es muss dafür gesorgt werden, dass alle Beamtinnen und Beamten auf allen Einsatzfahrzeugen identisch ausgerüstet und ausgebildet sind.“

Der Bericht aus Köln nennt als eines der Hauptprobleme für die Überforderung der Beamten zu wenig Personal und Schwächen bei der Ausrüstung, was "so nicht zu erwarten" gewesen sei. Die gesamte Situation in der Silvesternacht beschreibt der Autor als "chaotisch und beschämend".

„Solchen Situationen vorzubeugen ist Aufgabe der Politik. Innere Sicherheit steht und fällt mit der Polizei und ihrer Ausrüstung. Schwächen darf sie sich, vor allem mit Blick auf die sich in jüngster Vergangenheit hinzugekommenen Aufgaben und Herausforderungen, nicht erlauben,“ resümiert Schulze, der nicht an der Unterstützung seiner Forderungen durch die Bevölkerung zweifelt.

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