In der Diskussion um sogenannte Abbiegeassistenten für Lkw hat sich die Deutsche Polizeigewerkschaft Bremen zu Wort gemeldet. „Alle technischen Einrichtungen zur Vermeidung von Unfällen oder zur Reduzierung von Unfallgefahren sind grundsätzlich zu begrüßen,“ sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft, Jürn Schulze, dazu.

Er wies aber auch darauf hin, dass diese Einrichtungen „immer nur Hilfsmittel bleiben und niemals die Verantwortung des Fahrers für sein Handeln ersetzen werden. Rechtlich steht immer der Mensch im Mittelpunkt, nicht die Technik. Der Abbiegeassistent wird nicht vor Gericht gestellt.“

Leider neige der Mansch dazu, sich zu sehr auf die Technik zu verlassen: „Ein gewisses Risiko besteht immer, dass die Aufmerksamkeit nachlässt, weil man sich auf ESP, Einparkassistenten und Navigationssysteme zu sehr verlässt. Das kann natürlich auch für Abbiegeassistenten gelten.“

Irgendwann könne es auch für den Fahrer zu viel werden, meint Schulze. „Die unterschiedlichen Piepstöne der verschiedenen Assistenzsysteme auseinanderzuhalten darf nicht zur Belastung der Fahrzeugführer werden. Alles hat Grenzen, und die absolute Sicherheit gibt es nicht.“

Dennoch glaubt der Landesvorsitzende, dass der Abbiegeassistent als Pflichtausrüstung für Lkw und Busse sinnvoll ist. „Der tote Winkel ist ein ernsthaftes Problem, dem jedes Jahr wieder viel zu viele Verkehrsteilnehmer zum Opfer fallen. Es ist daher wichtig, über Lösungen nachzudenken, die helfen können. Meiner Meinung nach gehören technische Hilfsmittel für die Lkw-Fahrer, aber auch Schulungsangebote für Radfahrer und Fußgänger dazu. Im Straßenverkehr geht es nur miteinander, und dazu gehört Verständnis für die Probleme der jeweils anderen.“

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