Neben unserer Kritik an einem Artikel des Weser Kurier zum Thema "Ethnical Profiling", den der Redakteur Ralf Michel am 24. August 2015 unter dem Titel "Auch Polizisten haben ein Beuteschema" veröffentlicht hatte, wollen wir nicht verschweigen, dass der Autor seine eigene Sichtweise zu dem Thema in einem Kommentar deutlich gemacht hat, den wir ausdrücklich begrüßen und daher hier zitieren möchten:

Nicht leicht, die Arbeit der Polizei. Der Drogenhandel im Viertel wird von Afrikanern kontrolliert. Da liegt es nahe, dass Menschen mit schwarzer Hautfarbe vergleichsweise häufig angesprochen und kontrolliert werden. Genau dafür müssen sich Polizisten als Rassisten beschimpfen lassen, am lautesten wahrscheinlich von den wirklichen Drogendealern. Nicht anders ergeht es der Bundespolizei am Bahnhof. Wie soll Schleuserkriminalität bekämpft werden, ohne Flüchtlinge zu befragen? Trotzdem auch hier der Vorwurf: Ethnisches Profiling sei das, menschenverachtend und diskriminierend.

Da gerät ein Polizeibeamter dann schon mal aus der Fassung: Alles Blödsinn. Die haben doch alle keine Ahnung, schließlich kennen wir unsere Pappenheimer... Doch genau an dieser Stelle wird das Eis dünn. Angesichts der in vielen Fällen überzogenen Kritik an der Arbeit der Polizei, neigt die zum mentalen Rückzug in die Wagenburg. Und droht damit abzustumpfen gegenüber dem, was Kontrollierte empfinden könnten - Willkür zum Beispiel oder auch Erniedrigung. Dafür sensibel zu bleiben, ist eine wichtige Herausforderung für die Polizei." 

 Ralf Michel: "Herausforderung", in: Weser Kurier vom 24. August 2015

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