Die Deutsche Polizeigewerkschaft Bremen (DPolG) fordert angesichts stetig steigender Einbruchszahlen einen "Einbruchs-Radar" nach Vorbild eines Polizei-Projekts in Bochum. Dort veröffentlicht die Polizei wöchentlich Straßen, an denen eingebrochen wurde und sensibilisiert so die Bevölkerung in der Nachbarschaft.

Weiterlesen: Bremen braucht Einbruchs-Radar!

Die Deutsche Polizeigewerkschaft in Bremen (DPolG) mahnt einen besonnenen Umgang mit dem Polizeibeamten an, gegen den jetzt wegen des Verdachts der Beteiligung an einem Einbruch in Bremen ermittelt wird. Dazu unser Landesvorsitzender Jürn Schulze:

„Auch, wenn die Beweislast erdrückend erscheinen mag, gilt doch, dass jeder Tatverdächtige bis zu einer Verurteilung durch ein Gericht als unschuldig zu gelten hat. Das gilt selbstverständlich auch für Polizeibeamte.

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen kann wieder einmal festgestellt werden, dass der häufig geäußerte Vorwurf, die Polizei sei ein verschworener, sich nach außen abschottender Haufen, nicht gerechtfertigt ist. Unsere Kollegen haben umsichtig reagiert, als sie erkannten, dass der auf einem Fahndungsfoto abgebildete Einbrecher ein Kollege sein könnte, und die notwendigen Ermittlungen eingeleitet. Das zeigt deutlich, dass unser rechtsstaatliches Prinzip funktioniert und niemand Angst vor einer von Korpsgeist geleiteten Polizei haben muss. Forderungen nach „sogenannten unabhängigen Beschwerdestellen“ erteilen wir weiterhin eine Absage."

Sollte sich der Tatverdacht erhärten, muss natürlich eine sachgerechte Bestrafung erfolgen, und im  Falle einer Verurteilung gehen wir davon aus, dass unabhängig vom Strafmaß die Entfernung des Beamten aus dem Dienstverhältnis angestrebt werden wird.  

DPolG Social

Neben unserer Kritik an einem Artikel des Weser Kurier zum Thema "Ethnical Profiling", den der Redakteur Ralf Michel am 24. August 2015 unter dem Titel "Auch Polizisten haben ein Beuteschema" veröffentlicht hatte, wollen wir nicht verschweigen, dass der Autor seine eigene Sichtweise zu dem Thema in einem Kommentar deutlich gemacht hat, den wir ausdrücklich begrüßen und daher hier zitieren möchten:

Nicht leicht, die Arbeit der Polizei. Der Drogenhandel im Viertel wird von Afrikanern kontrolliert. Da liegt es nahe, dass Menschen mit schwarzer Hautfarbe vergleichsweise häufig angesprochen und kontrolliert werden. Genau dafür müssen sich Polizisten als Rassisten beschimpfen lassen, am lautesten wahrscheinlich von den wirklichen Drogendealern. Nicht anders ergeht es der Bundespolizei am Bahnhof. Wie soll Schleuserkriminalität bekämpft werden, ohne Flüchtlinge zu befragen? Trotzdem auch hier der Vorwurf: Ethnisches Profiling sei das, menschenverachtend und diskriminierend.

Da gerät ein Polizeibeamter dann schon mal aus der Fassung: Alles Blödsinn. Die haben doch alle keine Ahnung, schließlich kennen wir unsere Pappenheimer... Doch genau an dieser Stelle wird das Eis dünn. Angesichts der in vielen Fällen überzogenen Kritik an der Arbeit der Polizei, neigt die zum mentalen Rückzug in die Wagenburg. Und droht damit abzustumpfen gegenüber dem, was Kontrollierte empfinden könnten - Willkür zum Beispiel oder auch Erniedrigung. Dafür sensibel zu bleiben, ist eine wichtige Herausforderung für die Polizei." 

 Ralf Michel: "Herausforderung", in: Weser Kurier vom 24. August 2015

Eine Veröffentlichung im Weser Kurier vom 24. August 2015 sorgt für Unmut in der Kollegenschaft der Polizei Bremen. Der Integrationsbeauftragte der Polizei Bremen, Thomas Müller, wird in einem Artikel zum sogenannten "Ethnical Profiling" zitiert: „Aber auch Polizisten haben ein Beuteschema.“ (...) Dafür müsse ein Bewusstsein entwickelt werden. „Nicht jeder Schwarze an einer Haltestelle am Dobben ist verdächtig. Nicht jeder junge Türke in einem 3er BMW dealt.“ 

Weiterlesen: "Ethnical Profiling": Wir sind im Gespräch!

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